Histamin ist ein Stoff der im menschlichen oder tierischen Organismus an entzündlichen oder allergischen Prozessen des Immunsystems beteiligt ist. Es wird insbesondere durch Mastzellen ausgeschüttet und dient in gesunden Zustand einer antientzündlichen Abwehrreaktion durch Anschwellen des Gewebes. Besonders betroffen von unkontrollierter Histaminausschüttung bei allergischen Reaktionen sind bei Reaktionen z.B. vom „Soforttyp“ sind insbesondere die Schleimhäute von Nase und Rachen, Lunge oder auch die Magenschleimhaut (Sodbrennen) . Unter bestimmten Umständen können hohe Histaminkonzentrationen auch im Gehirn und Zentralnervensystem gefunden werden.
Histaminintoleranz bedeutet, dass die persönliche Toleranzgrenze bezüglich Histamin überschritten wurde und es infolgedessen zu Symptomen kommt, die sich an Haut und Schleimhäuten abspielen können (z.B. allergische Rhinitis oder allergisches Asthma). Auch chronische Gastritis oder Magenschleimhautentzündung können infolgedessen entstehen. Ebenfalls existieren Auswirkungen eines Zuviels an Histamin auf Herz, Kreislauf, Blutdruck, Schlaf und die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse.
Die Fähigkeit des körpereigenen Histaminabbaus variiert genetisch bedingt, in Abhängigkeit des aktuellen Stresslevels oder der zugeführten histaminreichen Nahrungsmittel. Auch Medikamenteneinnahme bzw. der aktuelle Versorgungstatus mit bestimmten Mikronährstoffen beeinflussen den Histaminspiegel. Die Diaminoxidase (DAO) ist das entscheidende Enzym für den Histaminabbau im extrazellulären Raum.
Eine Untersuchung des Mikrobioms bzw. verschiedene Laboranalysen im Blut können nach genauer Anamnese und körperlicher Untersuchung erste diagnostische Hinweise darauf geben, ob Histamin an einer mastzellassozierten Entzündung im Körper beteiligt ist.


